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Das GBM und der Behindertenhilfe Assistent (BA)

Beschreibung der wesentlichen Kernpunkte des GBM Instrumentariums und des Verfahrens zur Ermittlung des Hilfebedarfs von Menschen mit einer geistigen Behinderung

Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) empfiehlt seinen Mitgliedseinrichtungen, für die Arbeit mit Menschen mit geistiger (und körperlicher) Behinderung das GBM Instrumentarium einschließlich dem Behindertenhilfe Assistenten (BA), einer Software der All for One Systemhaus AG (wurde gemeinsam mit dem BeB aufgebaut), zu nutzen.

Herr Prof. Haisch von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München entwickelte das GBM Instrumentarium bereits um das Jahr 1990. Seitdem wurde es von ihm, in Abstimmung mit dem BeB, kontinuierlich den sich verändernden Praxisanforderungen angepasst.

Der Grund dieses Instrumentarium den Mitgliedseinrichtungen zu empfehlen liegt in seinen fachlichen/strategischen Vorteilen und Differenzierungsmöglichkeiten, welche die erwähnten Instrumentarien IBRP bzw. IHP nur in Ansätzen leisten können.

Die Vorteile des GBM sind:

  • Die Ganzheitlichkeit und Vernetzung des Instrumentariums: der Ermittlung des Hilfebedarfs, der Planung und Durchführung der Unterstützungsleistung, einer evaluierbaren Leistungserbringung und Arbeitsorganisation in der Einrichtung und der Abstimmung der Einrichtungsstrukturen auf die Leistungserbringung, auf den Bedarf der Menschen. Das GBM ist somit ein Werkzeug, ein Hilfsmittel bei dem der hilfebedürftige Mensch, die Leistungserbringung der Mitarbeiter/innen und die Einrichtungsstrukturen beachtet werden.

  • Die Grundlagen hierfür sind vier theoretische Konzepte: Das (entwicklungspsychologische) Modell der Lebensformen des Lebens und Lernens; eine Theorie zur Arbeitsgruppe in Unterstützung und Assistenz – ein Analyse- und Planungsmodell zur Arbeitsteilung, Planung, Qualifikation der Mitarbeiter/innen und Kommunikation, damit die vereinbarte Leistung auch tatsächlich erbracht werden kann; eine Theorie zur sozialen Organisation, zur Analyse der Einrichtungsstrukturen und zur strategischen Planung im Sinne der Ziele der Einrichtung und zur fachlichen Qualifizierung der Mitarbeiter/innen. Das Instrumentarium eignet sich für eine kontinuierliche Organisationsentwicklung auf allen Ebenen der Einrichtung bzw. Dienste.

  • Das GBM hat entsprechende Module für die Lebensbereiche: Wohnen, Fördern (Förderstätte), Arbeiten (WfbM), Ambulant begleitetes Wohnen und für Menschen mit einer Körperbehinderung. Durch die Theorie, Struktur und Systematik des Instrumentariums ist seine Anwendung grundsätzlich auch bei psychisch kranken/behinderten und alten Menschen möglich.

  • Das GBM Instrumentarium, einschließlich dem BA, hat folgende Werkzeuge: den FIL (Fragebogen zur individuellen Lebensführung – zur Ermittlung des Hilfebedarfs); den Kalender (zur Erhebung, Planung und Dokumentation der Unterstützungsleistung); eine Umrechnungstabelle mit der sich die erhobenen Werte des Hilfebedarfs mit dem HMB Instrumentarium (Frau Dr. Metzler) auf das GBM Instrumentarium (und umgekehrt) übertragen lassen; einen Berichtsgenerator (Unterstützungsplanung, Berichte an Leistungsträger); ein Gruppenbuch zur Dokumentation verschiedenster Inhalte und weitere Anwendungsmöglichkeiten.

  • Mit dem BA hat der Anwender die Möglichkeit, ausgehend von dem ermittelten individuellen Hilfebedarf, im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel, einen individuellen Zeitwert für die Unterstützungsleistung zu errechnen. Dadurch erhalten Leistungsträger und Leistungserbringer eine Berechnungsgrundlage von Stunden und Minuten mit der sich Maßnahmenpauschalen, Fachleistungsstunden oder der Satz für ein Persönliches Budget errechnen lassen.

  • Das Instrumentarium ist wissenschaftlich, auf der Basis von mehr als 6000 Personen (Datensätzen) und den dazugehörigen Wohneinheiten und -formen evaluiert.

  • Die Ergebnisse der individuellen Bedarfsermittlung mit dem „Fragebogen zur individuellen Lebensführung“ (FIL) sind auf Grund der hinterlegten Theorie vergleichbar. Eine subjektive Einschätzung des Hilfebedarfs ist dadurch eher ausgeschlossen.

  • Der FIL Bogen, die Unterstützungsplanung und die Durchführung der Unterstützung/Assistenz orientieren sich am Modell der Lebensformen. Kein anderes Erhebungsinstrumentarium basiert auf einem fundierten fachlichen/theoretischen Konzept.

  • Das GBM Instrumentarium berücksichtigt alle rechtlichen und fachlichen Anforderungen und Bestimmungen aus dem SGB XII.

  • Die Ermittlung des Hilfebedarfs und die qualitative und quantitative Leistungserbringung werden für alle Beteiligten nachvollziehbar: dem Hilfebedürftigen, dem Leistungserbringer (Einrichtung etc.), dem Leistungsträger (z.B. der Sozialverwaltung).

In Deutschland arbeiten ca. 75 Träger (Diakonie und Caritas) mit dem GBM Instrumentarium. Die Werkstätten für behinderte Menschen im Kanton Solothurn (flächendeckend) und einige Einrichtungen im Kanton Zürich nutzen ebenso das GBM.

gez. Rolf Drescher
Berlin, den 30.10.2006

Linktipps
Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V.
Bundesfachakademie gGmbh/GFO (Bufa/GFO)
CGM Systema
GBM-Schweiz
Diakonisches Werk der Ev. Kirche in Deutschland

Homepage
PPQ - Pro Psychiatrie Qualität
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Broschüre
GBM
Gestaltung der Betreuung von Menschen mit Behinderungen ©

GBM Broschüre 2004

Einführung in das GBM-Verfahren.

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